Katzengeburt

Da ich im Tierschutz arbeite und dieses hier vielen Personen bekannt ist, leben meinem Haushalt vier liebe und mit Katzen verträgliche Hunde. So entstehen keine Probleme mit meinen vielen Katzen und immer wieder werden unkastierte oder trächtige Katzen bei mir abgegeben.
Ca. zehn Tage vor der Geburt fiel mir auf, dass ein Jungkater einer meiner Katzen gedeckt haben musste. Für mich zu spät, um die werdende Katzenmutter noch zu kastieren. Zur Erklärung einige meiner Katzen sehen in der Lieblingsbeschäftigung das Futtern und sind daher etwas rundlich. Die werdene Mama wurde noch zutraulicher als sonst und biss mir immer wieder zärtlich in meine Nase. Noch mehr als sonst genoss sie es, wenn ihr Bauch massiert wurde. Ich konnte nur noch abwarten und beobachten.
Sie entwickelt sich prächtig und wurde immer runder. Ihre Zitzen traten deutlich hervor und wurden rosa. Am Vorabend der Geburt inspizierte sie unterschiedliche ruhige Plätze auf, aber kehrte immer wieder zu einem hohen Wäschekorb zurück. Als es endlich so weit war, legte ich die werdene Mama in ein weiches Schaumstoffkörbchen, das ich in meinem Bett platzierte. Bald darauf lugte das Köpfchen hervor und als das Baby vollständig neben der Mama lag, putzte diese ihr Baby sauber und trocken. Durch den Geburtsvorgang platzt die äußere Fruchthülle. Mit dem Fruchtwasser tritt meistens das Köpfchen samt innerer Fruchthülle hervor.
Noch nicht abgenabelt, aber schon auf den Weg zur Milchquelle. Nach einer halben Stunde quälte sich noch ein Baby in die Freiheit, während das Erstgeborende weiter an der Zitze saugte. Nicht nur die Nabelschnur wurde jetzt durchgebissen, sondern auch die Nachgeburt verspeist. Nach einer weiteren knappen Stunde kam das dritte und letzte zur Welt. Als dieses Baby die Plazenta samt Nabelschnur hinterherziehend zur Zitze krabbelte, wickelte sich diese um eins ihrer Geschwister. Mit einer desinfizierter Schere durchtrennte ich die Nabelschnur und befreite das gefesselte Baby. Nachdem alle Kitten ihre erste Mahlzeit zu sich genommen hatten und ich mir sicher war, dass keine weiteren zu erwarten waren, wechselte ich die Frotteeunterlagen und kontrollierte den Nachwuchs. Die glückliche Mama schnurrt und tretelt ohne Unterlass, wenn ihr Nachwuchs trinkt. Sie steckt dabei ihre Beine weit von sich, spreizt ihre Pfoten und fährt ihre Krallen aus. Auch ihre Kitten saugen mit gespreizten Vorderläufen und mit den Tatzen massieren die Brust und regen den Milchfluss an.
In den ersten zwei Tagen fipsten sie, wenn die gewohnte Zitze auf Anhieb nicht zu finden war. Wie anfangs schon beschrieben, leben in meinem Haushalt viele Katzen, die eine feste verschworende Gemeinde bilden. So besuchten nacheinander alle den Zuwachs und leckten die frischgebackene Mama ab. Insbesondere die Schwester meiner stolzen Mama weicht selten von ihrer Seite. Sie putzt, wärmt und passt auf die Babies auf. Die Mama kann, was selten vorkommt, einen Streifzug durch die Wohnung unternehmen. Alle drei kamen mit 100gr zur Welt und nehmen stetig zu.
Auch nach inzwischen fünf Tagen fordert sie ihre Streicheleinheiten in meinen Bett liegend, ein. Bei der täglichen Kontrolle der Kitten passt sie genau auf ihren Nachwuchs auf.
Das getigerte hat schon nach sechs Tagen das rechte Auge auf. Noch robben sie nur in ihrem Körbchen umher.

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