Zwischen Glücksbringer und Unglücksomen: Katzen faszinieren den Menschen seit Jahrhunderten. Mal als Glücksbringer verehrt, mal als Unglücksboten gefürchtet, ranken sich zahlreiche Mythen und Aberglauben um die geheimnisvollen Samtpfoten. Doch woher stammen diese Überzeugungen? Welche Bedeutung hatten Katzen in verschiedenen Kulturen? Und warum hält sich der Aberglaube um schwarze Katzen bis heute?
🐱 Katzen in Mythologie und Aberglauben
Im Laufe der Geschichte schwankte das Ansehen der Katze stark. Während sie im Alten Ägypten als heilige Tiere verehrt wurden, galten sie in Europa zeitweise als teuflische Begleiter. Ihre mysteriöse Natur, ihre lautlose Bewegung und ihre leuchtenden Augen bei Nacht machten sie zum perfekten Objekt für Mythen und Legenden.
🌙 Schwarze Katzen – Glück oder Unglück?
Besonders schwarze Katzen sind weltweit mit Aberglauben behaftet. In vielen Ländern werden sie als Unglücksboten angesehen, vor allem wenn sie einem von links über den Weg laufen. In China bedeutet eine schwarze Katze sogar Armut und Pech. Doch nicht überall gelten sie als schlechtes Omen:
In England und Schottland bringt eine schwarze Katze an Bord eines Schiffes Glück. Seefahrer hielten Katzen nicht nur als Mäusefänger, sondern auch als Glücksbringer, und ihr Fehlen konnte im Schadensfall zum Ausschluss von Versicherungsleistungen führen. In einigen Regionen Deutschlands gilt eine schwarze Katze, die von rechts kommt, als glücksverheißend.
🐾 Medizinische Anwendungen – Katzen als Heilmittel?
Früher glaubte man, Katzen hätten heilende Kräfte. Verschiedene Körperteile wurden in der Volksmedizin für fragwürdige Heilmittel verwendet:
- Katzenfett sollte gegen Frostbeulen helfen.
- Aus dem Ohr entnommenes Blut galt als Mittel gegen Fieber.
- Katzenleber, zu Pulver verbrannt, wurde gegen Gallensteine eingesetzt.
- Ein um den Hals gewickelter Katzendarm sollte Zahnschmerzen lindern.
Diese Praktiken erscheinen heute grotesk, waren aber über Jahrhunderte hinweg fest im Aberglauben verankert.
🕯️ Aberglaube: Katzen und Hexenverfolgung
Im Mittelalter wurde die Katze zunehmend mit Hexerei und dem Teufel in Verbindung gebracht. Der Franziskanermönch Berthold von Regensburg hetzte bereits im 13. Jahrhundert gegen Katzen und behauptete, ihr Atem könne die Pest verbreiten. Papst Innozenz VIII. verschärfte diese Sichtweise mit seinem Erlass von 1484, der Katzen als teuflische Wesen brandmarkte.
In Folge der Hexenverfolgung wurden nicht nur unzählige Frauen auf dem Scheiterhaufen verbrannt, sondern auch Katzen, insbesondere schwarze, auf grausame Weise getötet. Der Aberglaube war so stark, dass es genügte, eine Katze zu besitzen, um als Hexe verdächtigt zu werden.
🔮 Katzen in der Kultur und Sprache
Trotz der dunklen Kapitel gibt es bis heute viele positive Bezüge zu Katzen:
- Die Göttin Bastet im Alten Ägypten wurde als Katzenfigur dargestellt und symbolisierte Licht, Freude und Fruchtbarkeit.
- In der nordischen Mythologie zog die Göttin Freyja ihren Wagen mit zwei schwarzen Katzen.
- Der Begriff „Geldkatze“ wurde für Portemonnaies genutzt, da man Katzen auch mit Wohlstand verband.
- Märchen wie „Der gestiefelte Kater“ zeigen die Katze als kluges und listiges Wesen, das seinem Besitzer Glück bringt.
💡 Fazit – Aberglaube lebt weiter
Obwohl wir heute über viele wissenschaftliche Erkenntnisse verfügen, sind Aberglauben rund um Katzen noch immer verbreitet. Viele Menschen meiden es, eine schwarze Katze auf dem Weg zur Arbeit zu kreuzen, und einige glauben noch immer an die positiven oder negativen Eigenschaften bestimmter Fellfarben.
Eines ist jedoch sicher: Katzen sind faszinierende Wesen, die uns seit Jahrtausenden begleiten – und ihr mystischer Ruf wird wohl niemals ganz verschwinden.